Gedichte



Eine Auswahl an Gedichten, die ich in den Jahren 2018 und 2019 geschrieben und veröffentlicht habe.




SCHÖNHEIT OHNE MASKEN






Du kannst alle Masken
bei mir fallen lassen,
dich bei mir ganz und gar,
im nahen Tanz ganz wunderbar
einfach pur erleben lassen,
einfach nur geschehen lassen,
dich schonungslos gehen lassen,
bodenlos Vertrauen fassen,
dich hüllenlos entkleiden
und grenzenlos nackt zeigen,
dich unendlich zärtlich
verführen lassen,
dein Inneres ganz tief
berühren lassen
in purer Schönheit
deiner Nacktheit
ohne Masken.

Du kannst dich mit mir
aufs Glatteis wagen,
von liebender Wärme
zärtlich getragen,
die alle Eisschichten
schmelzen lässt,
dich dennoch nicht
einbrechen lässt,
du kannst mit mir
bebende Eistänze erleben,
verwegen über das Eis fegen,
ohne dass es dabei bricht
und doch auch ohne eine Schicht
von Schutz zu brauchen,
ohne in das kalte dunkle
Wasser einzutauchen,
sondern in der Wärme Licht.
Diese Wärme trägt dich
und wärmt dich,
umschwärmt dich,
hüllenlos, grenzenlos
in purer Schönheit
deiner Nacktheit
ohne Masken.

In purer, reiner Schönheit
deiner, meiner Nacktheit
als zwei Formen unseres
einen ganzen Wesens,
das wir immer endlos sind,
das in seiner Schönheit sich
selbst berührt und wärmt,
sich trägt und umschwärmt,
bodenlos, schonungslos,
ganz und gar,
ganz wunderbar,
grenzenlos vertraut.

(C) Nicola Richter


VON HERZ ZU HERZ








Was du bist, das bin auch ich,
was ich bin, das bist auch du,
Liebe spricht, Grenzen bricht,
sie zeigt den Mut, freie Sicht,
frische Echtheit tut so gut,
von Angesicht zu Angesicht,
natürlich echt, ungeschminkt,
frisch und frech wie Kinder sind,
vertraut und frei aus dem Moment,
der kein gehemmt und Fremdsein kennt,
wie warmer Sommer-Sonnenschein
so gerne wahre Wonne sein,
im Herzen frei, so prickelnd fein,
einfach tief berührbar sein.

Einfach echt und offen sein,
unmaskiert und ungeniert
einfach SEIN, einfach wow,
bereit für echten Liebe-Flow,
sehr direkt und unbegrenzt,
Menschsein, Nähe, ganzheitlich,
Weite, herzlich, körperlich,
Verstandesgrenzen braucht es nicht,
Herz mag leben, sich ausdehnen,
lachen, weinen, gleiten, schweben,
sich frei sonnen im Erleben,
pure Gänsehaut vom Leben,
von den Haaren zu den Zehen,
von den Händen zu den Lenden,
ohne Anfang, ohne Ende.

(C) Nicola Richter 


GNADE DES SCHMERZES






Wenn du glaubst
Schmerz zerreißt dein Herz
in tausende Stücke,
beißt eine endlose wunde Lücke,
wenn rein nichts mehr in dir lacht,
tiefe Ohnmacht dich kalt packt,
wenn alles in dir zusammensackt,
kein Boden mehr zu tragen scheint,
im Toben wie zum Sterben bereit,
und sich dann, in diesem Leid,
plötzlich etwas in dir befreit
und pur, ohne eine Spur
von Abwehr nun bereit
der Schmerz sich so zeigt,
ohne Wollen, ohne Hoffen,
einfach hingegeben offen,
ist das ein kostbares Geschehen
und es sind mögliche Wehen
in die Geburt deines Selbst,
das kein Geborensein
und kein Sterben kennt.

Dein Herz zerbricht dabei nicht,
es zerbricht nur Schicht um Schicht,
Mauer um Mauer von Abwehr gegen
Schmerz und Angst und Trauer,
die es als scheinbare Begrenzungen gibt,
durch das was dich grenzenlos liebt,
einen Lichtstrahl durch die Qualen schiebt,
als Ahnung welche Gnade darin liegt.

In der Hingabe an dieses Trauerkleid,
die dich letztlich, von Abwehr befreit,
in die Liebe der Einheit treibt,
offen und bereit zu sehen,
du kannst ohne jedes Flehen,
ohne Ideen über Erlösung
Dinge nehmen wie sie erscheinen,
auch mit Schmerzen und Beweinen
und du bist nicht getrennt
von dem was erscheint,
weil du alles bist,
das Leben selbst.

In dieser Trauer liegt im Grunde
reine Gnade, jenseits von Dauer,
also zähle keine Stunde,
auch nicht Wochen oder Tage,
trage Ungeduld zu Grabe,
was du bist kennt keine Zeit
und ist in sich bereits befreit.
Der Schmerz dreht seine Runden,
es braucht für Gefühle und Wunden
keine Vorstellungen von Zeit
oder Vorstellungen von irgendwas,
sondern einfach dich, als DAS,
als das eine Leben Selbst,
als die Liebe die du bist,
die du endlos bist.

(C) Nicola Richter

LIEBEN






Es geht doch einfach ums Lieben,

ohne Ändern und Verbiegen,
ohne Ziehen, Müssen, Halten
miteinander frei entfalten,
um das Schöne, Wunderbare,
und wir mögen`s, keine Frage,
dieses Freie, dieses Spielen,
miteinander ganz weit fliegen
und zugleich geborgen liegen,
füreinander einfach offen,
ohne Mauern, ohne Zoffen,
nicht taktieren, nicht aufreiben,
die Vertrautheit freudig feiern,
ohne dumm herumzueiern,
feiern frei und nach Belieben,
mal ganz weit und mal ganz tief,
innig, leicht und intensiv.
Eben einfach pur so lieben.

(C) Nicola Richter


JENSEITS VON





Jenseits von Resignation und Enttäuschung,
von Glauben, Hoffnung und Erwartung
ist die Hingabe an das eine Herz in allem
und das Vertrauen in die Liebe, die immer ist.

Jenseits von Richtig und Falsch, von Entweder Oder,
von Unvollkommenheit und Perfektion
ist die lebendige Kraft dieser Liebe
und die sanfte Weichheit dieses Herzens.
Das Herz, das keine Bedingungen kennt.

Jenseits von Abwehr und Schutzlosigkeit,
von Widerstand und Geschehenlassen
ist das reine Fühlen in Berührbarkeit.
Das Fühlen, das nichts fordert und will,
lebendig, direkt und im Herzen still.

Jenseits von Kategorien, Einteilungen und Meinungen

ist es wunderschön einander zu begegnen,
im einfachen puren Erleben.

In dem, was aus diesem einen Herzen
von Herz zu Herz wortlos miteinander spricht,
wie mit einem sanften Lächeln voller Licht.
In dem, was durch die Augen blickt,
von Form zu Form, Angesicht zu Angesicht.
Augen, die zum Hineinfallen einladen
und die zeitlose Ewigkeit in sich tragen.
Im Teilen des unendlichen Raumes der süßen Stille,
im gemeinsamen Genießen der Energie in Fülle.
Die Stille, welche Urgrund des Herzens ist,
die Energie, welche als pures Leben fließt.

Mit offenem Herz, mit Freude und Schmerz.

Mit allem, was das Menschsein ausmacht,
ob gefühlt oder gedacht, ichbehaftet oder erwacht,
in Glückseligkeit gelacht, Intensität entfacht,
mit reinem Fühlen, Sanftheit, Freude, Aufwühlen,
mit Harmonie, schiefen Tönen, wunderschöner Melodie,
mit was auch immer erscheint,
bejaht, bezweifelt oder verneint.

Immer tiefer im Sein, auch jenseits von dein und mein.
In Freude über das Geschenk des Lebens an sich selbst,
sich zu begegnen als Form und als diese Liebe.
Sich erkennend und ehrend, mitfühlend und staunend.

(c) Nicola Richter


SANFT IN UNZERSTÖRBARKEIT 






Jenseits aller Abschiede
ist etwas das bleibt.
Sanft in Unzerstörbarkeit.
Es konnte nicht anders sein.
Schmerz.
Tiefes Einverstanden-Sein.
Geliebtes Herz.
Geliebter Freund.
Pulsierendes Leben.
Es war wunderschön,
Ekstase der Schöpfung,
kostbares Geschenk
endloser Vertrautheit,
Vielfalt und Intensität.
Ende mit Trauer.
Dieser Liebestanz vergeht.
Nichts ist von Dauer,
außer das ewige Nichts.
Die ewige eine Liebe.

Fließendes Herz,
tränenreicher Schmerz,
segensreiche weiche Offenheit,
Zeichen tiefer Berührbarkeit.
Tragendes All-Ein-Sein.
Warmes geborgenes
Zu-Hause-Sein in mir selbst.
Neu gewordenes Jetzt.
Freude.

Hingabe
im nackten Menschsein,
wo Widerstände und Kämpfe
in der Einheit der Liebe enden,
wo im endlosen Lieben
Freude und Schmerz
einander dienen,
wo in der Intensität
der menschlichen Polarität
sich hingegeben zeigt,
was jenseits davon bleibt.
Sanft in Unzerstörbarkeit.

(C) Nicola Richter

WERT






Welcher Wert du bist,
was du wirklich bist,
ist unversehrt,
vollkommen und ganz,
es gibt nichts
was sich daran misst,
weil es einzig ist,
als das Eine in der Vielfalt,
in einzigartiger
menschlicher Gestalt.

Du bist einfach da,
ganz und gar, menschlich
und göttlich zugleich,
das ist wunderbar,
einfach wie es ist,
es braucht kein
Verurteilen und Vergleichen,
du kannst dich auch
nicht erreichen,
weil du es bereits bist.

Dein Herz kennt
deinen wirklichen Wert,
nicht die Grenzen
des bewertenden Denkens,
nichts ist fehlend
oder verkehrt an dir,
wertschätze dich
mit allem hier,
deine Ganzheit kennt
keinen Fehler oder Mangel,
weil sie einfach alles ist,
weil du allumfassend bist,
und als Mensch
genau so gemeint,
wie es durch dich erscheint.

(C) Nicola Richter

SEXUALITÄT






Wir können uns nicht zerteilen
in Herz, Sex und Hirn,
so spricht`s aus unserem Herzen,
steht`s auf unserer Stirn,
bewegt`s unser ganzes Sein.
Wie unsere Körper sich
miteinander bewegen, erleben,
so energiereich, weit und fein,
kein Biegen, Brechen, Feilen,
einfach pures Verweilen,
miteinander, ineinander sein.

In feinen Rhythmen und Klängen,
feiern sich Nichts und Sein,
unsere Körper sich immer weiter
öffnend, immer freier schöpfend,
feiernd das Wir aus dein und mein,
ohne du und ich in sich all-ein,
offen, weich, schenkend, tief
wildgeil, zärtlich, intensiv.

Lustvolle Intensitäten
in vertrauten Intimitäten,
mit energetischen
Hammerphänomenen,
pure reine Lebensenergie
vibrierend, fließend ohne Ziel,
immer tiefer, intensiver,
immer schöner, wunderbarer,
für die Körper gibt`s kein Aber,
feine reine Ekstase,
keine schale Ego-Blase.

Wunderbar und total nah,
einfach Körperweisheit
jenseits bloßer Geilheit,
Körper spricht Wahrheit
als Energie-Instrument,
welches was wahr ist kennt,
wenn das Denken
nicht bewertet und benennt
und die Lebensenergie
fließend ungelenkt,
ungehemmt und ohne Ziel
sich erlebt im freien Spiel.

So, was ist`s wenn die Sexualität
immer wundervoller wird,
und wir uns nicht teilen können?
Wenn aus dem Sein erlebt
und nicht aus dem Verstand,
das liegt auf der Hand,
wirklich erlaubend und frei,
dann ist das Herz mit dabei,
kann`s nicht anders sein.

(C) Nicola Richter

DANKBARKEIT







Zutiefst geschafft und erschöpft
schien die Kraft ausgeschöpft,
der Körper erschlafft, das Denken geköpft,
entfacht wurde Ohnmacht
und alles war plötzlich gestoppt,
was gedacht, gebangt oder gehofft,
überkommen, völlig mitgenommen,
abgesoffen jede Hoffnung, jede Angst,
zerbrochen jeder Hauch von Widerstand,
kein Wille auch in der Stille,
kein Ziel, keine Zeit, zum Sterben bereit,
ja, der Körper kann gehen, darf sterben,
alles losgelassen und nichts zu fassen,
bis in jede große und kleine Zelle
floss eine bloße reine Hingabe-Welle,
öffnete sich dabei feine Wonne,
schöpfte sich ekstatisches Sein
jenseits von Schatten, Licht und Schein,
jenseits von kraftvoll und schwach,
einfach seiend, befreiend und wach,
erfüllt und zugleich leer,
beglückt und leicht, nicht schwer,
bin alles, nichts und nirgendwer,
war und bin der Körper niemals mehr
und doch zugleich körperlich sehr.
Und tief aus dem Sein gelacht
stieg Liebe empor und Dankbarkeit
für die Ohnmacht als Tor.

(C) Nicola Richter


WUNDERBARE OFFENHEIT







Diese wunderbar weiche Verletzlichkeit,

diese fließene freie Offenheit
welche nicht nach Schutz und Härte schreit,
von Bedingungen und Richtungen befreit.
Diese nackte verletzliche Offenheit,
welche zarte Stärke in sich trägt
und die sanfte Unzerstörbarkeit
eines selbst-bewussten Herzens zeigt.
So selbst-bewusst, so unverschämt nackt,
dass sie ohne Scham, Stolz und Angst,
ohne Angst vor tiefer Berührbarkeit
Hüllen und Masken fallen lässt,
Mauern und Schutzwälle niederstößt,
bis zum Kern aller Gefühle gelangt,
bis ins Herz aller Erfahrungen gelangt,
als das eine ungetrennte Leben,
an sich selbst ganz hingegeben,
ohne Grenzen vor sich selbst,
weil es All-EIN ist.
Staunend stille, herzweit weiche,
herzhaft lachende, tränenreiche
Dankbarkeit dies zu erleben.

(C) Nicola Richter


MENSCHLICHKEIT IM HERZEN









Was fang ich mit dem Staunen an,
wie lang willst du nun warten,
Versöhnlichkeit zu zeigen dann,
wie ich sie längst begreife.
Hältst dich zurück, tust ach so kühl,
der Stolz siegt statt die Reife,
doch in dir denkt`s und lenkt`s nach mir,
erinnerst dich, kommt viel ans Licht
und frische neue Wärme bricht
leicht Ärger und auch Zweifel.

Sie spielen und sie zeigen sich,
des Menschseins viele Seiten,
nicht Hochmut braucht`s,
kein Groll, kein Stolz
doch Menschlichkeit im Herzen,
die Hand dem anderen reichen glänzt,
im Hier und Jetzt nichts was verletzt,
was schief mal lief hat kaum Gewicht,
für mich braucht`s weder Eile
noch Worte spitz wie Pfeile,
ich geh mit dir nicht ins Gericht,
und zeige dir auch meine Sicht
auf andere Art und Weise.

Es zeigt sich mir so still und klar,
ganz sanft und zart und leise,
ich schätze dich in Offenheit
und bin bereit, es in mir zeigt
ein Neubeginn als Möglichkeit,
wozu ich derzeit neige.
Was immer so geschehen mag
in diesem Spiel des Lebens,
ganz ohne Ziel im Wechselspiel
des Nehmens und des Gebens,
im immer neuen Augenblick,
erlebt so frisch durch dich und mich
verstellt es nicht die klare Sicht
auf dieser Menschseins-Reise,
Entscheidungen das Leben trifft,
als deine und als meine,
gern herzlich und auch weise.

(c) Nicola Richter


ZARTHEIT






Zartheit
strömt in weichen Wellen
langsam und fein
fließt in feinsten Berührungen
sanft und tief
trägt zärtlich den Lebensfluss
sich anvertrauend und verspielt
ergießt sich in der Schönheit
deiner und meiner Wesensnatur
anmutig und hingegeben
Schönheit, die immer wieder
alles in Zartheit in sich aufnimmt
empfänglich und berührbar

(c) Nicola Richter


BIST DU BEREIT






Hältst du es aus, bist du bereit,
dein Geist still, dein Herz weit,
dich fallen zu lassen,
dich völlig einzulassen,
jenseits von Lieben und Hassen,
jenseits von Halt im Vertrauen
jedes Grauen anzuschauen,
völlig einzutauchen,
unendlich tief zu fühlen,
ohne Widerstand aufzubauen,
jenseits von Ja oder Nein,
völlig allein, ohne Hilfe,
ohne Krücke, ohne Schutz,
allen Schmerz und Schmutz,
alle Leere, alle Not,
alles was du fürchtest,
Trauer, Vernichtung, Tod,
Verlassenheit, Einsamkeit,
Angst verrückt zu werden,
Angst vorm Sterben,
alles zu verlieren,
alles in Scherben.

Hältst du es aus, bist du bereit,
alles zu fühlen, zu erleben,
größten Schmerz, heftigstes Beben
ohne an Hoffnungen zu kleben,
in radikaler Offenheit,
so intensiv, so tief, so weit,
dass es dich scheinbar zerreißt,
nicht mehr zu unterscheiden,
nicht mehr zu vermeiden,
dich aufzulösen und selber
Schmerz und Leere zu sein,
zu tauchen an den Grund
aller Angst und Verletzlichkeit,
aller Liebe und Unzerstörbarkeit,
allen Werdens und Vergehens,
in die Dunkelheit,
so still und weit, befreit
in deine Unzerbrechlichkeit,
du bist sie selbst,
von nichts getrennt
und Leben selbst,
das sich in allem erkennt.

(c) Nicola Richter